so
warnendes Gemurmel den Musiker aus seinem Elysiumoder Tartarus zu den nüchternen Regionen seines Noten-pultes zurück. Dann fuhr er auf wie aus einem Trau-me, — warf einen hastigen, ängstlichen, »m Entschuldi-gung bittenden Blick nm sich, und zwang mit einemgedcmüthigtcn kleinlauten Wesen sein rebellisches Instru-ment in das ausgetretene Geleise der glatten Eintönigkeitzurück. Zn Hanse aber pflegte er sich für seine widcrwilligeKncchtsarbeit schadlos zu halten. Da griff er mit unge-stümen Fingern auf der unglücklichen Violine herum, underpreßte ihr, oft bis der Morgen heranfkam, seltsame,wilde Noten, welche den frühe» Fischer am Gestade untenmit abergläubischem Grausen durchzuckten, daß er sichbekreuzte, als hätten Nircn oder Geister eine überirdischeMusik ihm ins Ohr gestöhnt.
Die Erscheinung dieses Mannes war ganz inlleber-einstimmung mit dem Charakter seiner Kunst. Die Zügewaren edel und regelmäßig, aber sein Gesicht hohl undmager, mit schwarzen, nachlässigen Locken, in ein Laby-rinth von Ringeln verschlungen, und einem starren, brü- stenden, träumerischen Blick ans den großen und tieflie- 'genden Augen. Alle seine Bewegungen waren eigenthüm-lich, hastig, unzusammenhängend, wie ihn gerade Gefühlund Gedanke beherrschten; und wenn er durch die Straßenoder am Mccresnfer hinwandelte, hörte man ihn lachenund mit sich selbst sprechen. Im Ganzen war er ein nn-schuldiges, harmloses, sanftes Geschöpf, und theiltc gernsein Bischen mit Jedem der müßigen Lazzaroni, welche zu