Druckschrift 
6 (1841)
Entstehung
Seite
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hätte er nicht durch Camilla'S Verlegenheit, Schüchtern-heit und Erröthen den berauschenden Glauben bekommen,daß seine Gefühle nicht unerwiedert sehen. Und Wer weißnicht, daß ei» solcher Glaube, einmal gefaßt und gehegt,unsre eigne Liebe mit einer raschen Entwicklung reifenmacht, wo Stunden wie Jahre sind?

Mit solchen Gefühlen also, die ihn blind und taubmachten gegen jeden andern Gedanken, außer der Wonne,dieselbe Luft mit seiner Cousine zu athmen, die ans seinemGeist die Vergangenheit, die Zukunst verdrängten, undihn die Zeit nur als freudige, athemlose Gegenwart er-blickenließen, begab er sich nach Beaufort-Court. Er kehrte

vor seiner Abreise nicht nach H-zurück, sondern

schrieb an Fanny einen kurzen, hastigen Brief, worin erihr meldete, daß er wenigstens einige Tage ausbleibenwürde, und wieder zu schreiben versprach, falls er gegenVermuthen länger hingehalten werden sollte.

Inzwischendatirte sich eine jener auf einander folgen-den Revolutionen, welche die Stufen in Fannys geistigemLeben bezeichneten, von dem letzten Male, wo sie mit ein-ander spazieren gegangen und sich unterhalten hatten.

Noch am Abend dieses Tages, einige Stunden nach-dem Philipp weg war, und Simon sich zur Ruhe begebenhatte, saß Fanny vor dem ersterbenden Feuer in dem klei-nen Wohnzimmer in der Stellung tiefer, nachsinnenderTräumerei. Die alte Dienerin, Sarah, welche, ganz an-ders als MrS. Borer, Fanny von ganzem Herzen liebte,kam wie sie Pflegte vor Bettgehen in das Zimmer, um zu