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seinem Zimmer. Ihr Auge folgte ihm trüb; es war nichtseine Art, sie so hastig zu verlassen.
Das Familienmahl von heute war schon vorüber; undes dauerte eine Stunde, bis Vaudcmont in das Wohn-zimmer herunter kam. Fanny hatte die Lieder bei Seitegelegt, sie hatte kein Herz dazu, diese schönen Studienwieder anzufangen, die ihr so süß gewesen waren — siehatte ihm kein Vergnüge», kein Lob abgelockt. Sie saßmüßig und zerstreut neben dem alten, stummen Manne,der mit jedem Tage noch schweigsamer wurde. Sie wandtedas Haupt, als Vaudemont eintrat, und ihr schöner Mundschmollte wie der eines vernachläßigten Kindes. Aber erbeachtete cs nicht, und das Schmollen verschwand, unddie Thränen traten ihr in die Augen.
Vaudemont war wirklich verwandelt. Sein Antlitzwar ernst und umwölkt; sein Benehmen zerstreut. Er rich-tete einige wenige Worte an Simon, und dann, sich ansFenster setzend, lehnte er die Wange auf die Hand, undwar bald in Träumerei versunken. Fanny, als sie sah, daßer nicht redete, stand, nachdem sie manchen langen undernsten verstohlenen Blick auf seine regungslose Haltungund seine düstre Stirne geworfen hatte, leise auf, schwebtemit ihrem leichten Schritt zu ihm hin, und sagte mit zit-ternder Stimme:
„Habt Ihr ein Leiden, Bruder?"
„Nein, Liebliche!"
„Warum sprecht Ihr dann nicht mit Fanny? WolltBnlwer'S Neinane. XVIII. g