Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
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Liebe, das Kind des Ueberfluffes, in Groll und Galleverwandeln, die schöne, heilige Leidenschaft knicken,die diese beiden überirdischen Naturen in Eine ver-bunden hatte. Nur um so fester hingen sie an ein-ander, je mehr Alles am Himmel und auf Erden inSturm oder Dunkel zu ihnen sprach, und wandeltenden Gram in einen Liebestrank, ihre thränenvollenBlicke in Lächeln um, und Jedes rang in der Tiefeseiner Verzweiflung noch Hoffnung und Trost fürdas Andere zu pflücken.

Allerdings trat dies noch auffallender und dau-ernder in seiner Gattin, als in Glcndower selbsthervor, denn in der Liebe wird der Mann, sei er auchnoch so edelmüthig, stets überwunden. Allein wennauch in Augenblicken des höchsten Affekts und Kam-pfes der Streit in seiner Brust sich in Worte ergoß,so ließ er seinen Unmuth doch nie an ihr ans, sotrafen seine Vorwürfe doch stets nur das Schicksal,oder sich selbst, und nie gesellte sich seinen Klagenauch nur ein Odemzug bei, der ihre Zärtlichkeit ver-letzt, oder seiner Liebe Eintrag gethan hätte.

Er drückte die Thür ans; das kärgliche Lichtwarf seine krankhaften Strahlen ans die fauligen, vongrünem Dunst angelaufenen Wände, und das elende,doch reinliche Bett, und den feuerlosen Kamin undleeren Tisch und die bleiche Wange seines Weibes,die aufsprang und ihre Arme um seinen Nacken schlin-gend ihm ihre Freude und ihren Gruß zuflüsterte.Hier," sprach er, sich von ihr loswindend, undwarf die kleine Summe auf den Tisch,hier, Liebe,zergräme Dich nicht länger, stille Deinen und unsresKindes Hunger, und dann laß uns schlafen undglücklich sein in unfern Träumen."

Einer der geistreichsten Schriftsteller unserer Zeitäußerte gegen den Erzähler gegenwärtiger Geschichte,die äußerste Armnth könne nicht zum Gegenstand