117
rcnd ich, der ehrliche Richard Crauford, wie anderegescheidte Leute, im Spiel mit Fortuna ein paarKarten falsch angebe und deshalb um kein Bischenschlimmer bin. Sudscribire ich nicht für das öffent-liche Almosen ? bin ich nicht beständig in der Kircheund wohne jeder gemeinnützigen Versammlung bei?bin ich nicht mild gegen mein Gesinde, gefällig gegenmeine Freunde, treu gegen meinen König?' BeiGott, liebte ich mich selbst weniger, so hätt' ichmeinem Vaterland weit nicht so großen Nutzen ge-bracht! — Aber laß sehen, was hat mich in dieseschmntzige Vorstadt geführt? Ah, Mutter H —unvergleichliches Weib! dazu hast Du mir verhelfen!Geschäft und Vergnügen neben einander! Und derBösewicht „nach systematischen Grundsätzen" gingseines Wegs.
Der Andere eilte in seine Wohnung: sie stachselbst gegen das ärmliche Obdach, unter welchem wirihn zuletzt gesehen, kläglich ab. Das unglücklichePaar dankte seinen gegenwärtigen Aufenthalt einertraurigen Verfeinerung des Luxus: es hatte ihn ge-wählt weil kein Anderer ihn mit ihnen theilte, undihr Hunger, ihr Stolz, ihr Kampf und ihre Ver-zweiflung dort ohne Zeugen und — ohne Mitleidwaren.
Mit schwerem Schritt trat Glendvwer in dasZimmer, wo seine Frau saß. Noch in weniger Ent-fernung hatte er ein schwaches Aechzen vernommen,als er jedoch näher kam, war es verschwunden, dennDie, von der es kam, kannte seinen Schritt nnddrückte Kummer nnd Schmerz hinab, damit sie auchnicht durch die geringste Zugabe den seinigcn ver-mehren möchte, Die Verdrossenheit, die zänkische,stechende Empfindlichkeit der Armnth kamen nicht indieses warme, liebevolle Herz, noch konnten all dienagenden, bitter» Qualen des Schicksals, welche dieDnlwcr's Romane. XUl. 9