Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
112
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Ich bin ein Mensch wie dieser Frevler," spracher wild.Ich habe Nerven, Sehnen, Muskeln,Fleisch wie er, ich empfinde Hunger, Durst, Schmerzeben so scharf: warum soll ich mehr dulden, als ervermag? Vielleicht hat er ein Weib ein Kind,und sah sie Zoll um Zoll absterben, und fühlte, daßer ihr Beschirmer sein sollte, und so sündigte er.Und ich ich kann ich für die Meinigen nichtauch sündigen? kann ich nicht wagen, was der Wolfund der Geier und die blutgierigen Herzen meinerBrüder für ihre Jungen und ihres Gleichen wagen?Ein Griff dieser Hand ein Ruf dieser Stimmeund mein Tisch könnte übervoll sein, und mein Kindgenährt, und sie würden lächeln wie sie sonst gclä-chelt wenigstens für Eine Nacht."

Als solche Betrachtungen über ihn hereinbra-chen, raffte sich Glendower auf und trat mit einemselbst in seiner Schwäche festen Schritt vorwärts,ohne zu wissen wohin.

Eine Gestalt erschien; des Gelehrten Herz schlughoch auf. Er drückte den Hut in die Stirn und rang-inen Augenblick mit seinem Stolz und seiner stren-gen Tugend; die Tugend siegte, nicht aber derStolz; das Amt des Bettlers dünkte ihm minderentwürdigend, als das des Räubers. Er sprangvor, streckte die gefalteten Hände gegen den Unbekann-ten aus und rief mit schneidender Stimme, derenSchmerzenston mit plötzlichem, echolosem Hall durch