läuger geblieben sein nnd seine Hülfe geboten haben,denn endlich liegt eben so viel Mitleid als Gransam-keit in unserer Natur; vielleicht hielten sic ihn bloSfür einen betrunkenen Müßiggänger — oder vielleichtLachten sie in der Hitze der Verfolgung gar nichts.
So stiebten sie denn vorüber, und ihre Stim-men erstorben, und ihre Schritte verhallten, undGlendower, fühllos nnd kalt wie das Eisen, an daser sich hielt, stand aufs Nene allein. Langsam kamer wieder zu sich; er öffnete die dämmernden, stierenAugen, und sah wie der Abendstern aus seinem Wol-kenhause brach und, wenn auch getrübt von der di-cken, nebligen Luft, sein schwaches, vereinzeltes Lä-cheln auf die befleckte Stadt ansstrahlte.
Ruhig blickte der Gelehrte auf die lautlose Nachtund ihren ersten Wächter unter den Heeren des Him-mels, und etwas wie Balsam sank in seine Seele;allerdings nicht jene unbestimmte, köstliche Stille, dieer in dichterischen Knabenjahren in grüner Einsam-keit aus dem sanften Zwielicht gesogen, sondern einetraurige, nüchterne Ruhe breitete sich mälig übersein Gemüth und rief es von seinen wirren, unge-ordneten Träumen und seinem Dunkel zur deutlichenWirklichkeit des bittern Lebens zurück.
Nach und nach trat ihm der Auftritt den er sounvollkommen mit angesehen, — die Flucht desRäubers und die eifrige Verfolgung der Menge —wieder hervor: «in dunkler, sündhafter Gedankedurchzuckte ihn.