los
„Ich habe schon gegessen, Thencrster: ich brauchenichts; iß, Lieber, iß."
Aber er aß nicht. Die ihr geraubte Nahrungdünkte ihm tödtlicher als Gift; auf stand er, schlugdie tzaud gegen die Stirn und ging mit unbefriedig-tem Bedürfniß allein weg, die schwelgerische Weltvor stch zu sehen und — Genügsamkeit zulernen.
Es war nach einem solchen Auftritt, daß ereines TagcS hinaus in die Straßen wandelte, ver-zweiflungsvoll und wirr im Gemüth, vor Hunger fasterliegend und halb sinnlos vor grimmigen, argenGedanken, die über seine öde, düstre Seele herein»stürzten und sie des Trostes beraubten, aber nichtsiegten. Die Nacht dämmerte herauf: er lehntesich (denn er war anfangs so rasch gegangen, daßseine Kraft jetzt erschöpft war und er sich genöthigetsah anznhalten) in einer einsamen, unbesuchten Straßegegen das Geländer eines Hauses. Längere Zeittrat kein anderer Vorübergehender in den dumpfigen,finstern Durchgang. Glendower stand dem Ort unddem Herzen nach im wörtlichen Sin» allein in dergroßen Stadt, und wohin er blickte, war Niemand.
„Zwei Tage," sprach er langsam und schwach,„zwei Tage und nur Einmal ist Brod über meincuMund gekommen, und das war ihr entrissen — denLippen, die ich mit süßen, heiligen Küssen genährtund von welchen ich meinen einzigen Trost in diesemjammervollen Leben sog. Und sie — ach sie verhun-