Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
100
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Alter sich aufs Aengstlichste vor derselben verkriechen,denn Menschen die gewisse Vorzüge besitzen und zu-gleich krankhaft eitel auf dieselben sind, werden na-türlich diejenige Sphäre aufsnchcn, für welche jeneVorzüge am meisten paffen. Flieht endlich die Ju-gend mit ihrem Gefolge, so bleibt die so lang ge-nährte Eitelkeit zurück, und demüthigt die Verlasse-nen nicht sowohl durch Erinnerung an die verlorenenEigenschaften, als an das Ansehen, welches derenBesitz begleitete; durch Hervorhebung nicht sowohl derVeränderung die das eigene Selbst erlitt, als deSWechsels in der Beachtung der Andern. Was Wun-der also, daß sie sich sorgfältig vor der Welt znrück-zichen, die nur Kränkungen für ihre Eigenliebebietet? daß wir nicht selten in Lebensbeschreibungenfinden, wie die beharrlichsten Verehrer des Vergnü-gens endlich die strengsten Einsiedler werden? Fürmeinen Theil glaub' ich, daß jene Liebe zur Einsam-keit, welche die Alten in so hohem Grad besaßen, unddie manche Leute bis auf diesen Tag als Zeichen einesgroßartigen Gemüths betrachten, beinah immer voneiner überempfindlichen Eitelkeit hcrrührt, die imVerkehr mit der rauhen Welt leicht verletzt wird,und daß man die Einsiedelei in Folge getäuschterErwartungen sucht. Diderot hatte Recht, wenn erselbst auf die Gefahr hin Rousseau böse zu machen,gegen die Einsamkeit schrieb. Je mehr ein Mo allstden Menschen an den Menschen fesselt und unS ver-bietet unsere Interessen von den Interessen unseres