Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
98
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Täuschung blendete seinen eigenen Geist mehr, alsje den Geist seiner Leser, und ohne Zweifel hielt sichder bischöflliche Kämpe für auSuehmenv gerecht, wäh-rend er nur ausnehmend schmähsüchtig war."

In der Sophistik und Heuchelei," bemerkteClarence,scheint eine Art Rückwirkung stattzufin-den; vielleicht gab es nie eine» Betrüger» der nichtwiederum durch seine eigenen Leidenschaften betrogenworden wäre."

Sehr richtig," erwiedcrte Talbot,und es istzu bedauern, daß die Geschichtschreiber ihr Angen-merk nicht auf diesen Umstand gelenkt: sonst würdenwir ein richtigeres Bild von de» Cromwels und Mo-hammeds vergangener Zeiten besitzen, als wir jetzthaben, und Menschen, die wahrscheinlich halb dasSpielzeug ihrer eigenen Schwärmerei waren, nichtfür reine Betrüger halten. Doch ich kehre zumir selbst zurück. Bereits wirst Du, denk ich, dieFrage, warum ich nicht Schriftsteller geworden, Dirselbst beantworten können, nachdem wir einen vor-übergehenden Blick auf die Widerwärtigkeiten gewor-fen, die aus einem solchen Berns hervorgehen. Dochin Wahrheit jetzt am Schluß meines Lebens beklag'ich oft, daß ich nicht mehr Muth gehabt; denn dieUeberzeugung von größerem Wissen oder höhererGeisteskraft, sei sie nun richtig oder unrichtig, iststets mit einer gewissen Unruhe verbunden, die unsantreibt eine Probe abzulegen, oder uns, falls wirdem Drang widerstehen, unzufrieden über unseren