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ger Selbstliebe, als die eines Dichters. Ueberdiessind gerad diejenigen Sekten, welche sich von derRichtigkeit ihrer Ansichten, sei's in Religion oderWissenschaft, am tiefsten überzeugt halten, immer diebigottesten und verfolgendsten. Dazu kommt endlichdaß beinah alle Menschen in ihren Streitigkeitensich selbst täuschen und ihre Unduldsamkeit nicht demPrioatneid, sondern der Sorge für das allgemeineBeste znschreiben; nie schreiben sie über eine Unge-rechtigkeit die ihnen als Einzelnen widerfahren wä-re - nein, cs ist immer das fürchterliche Unrechtan der Gesellschaft was sic schmerzt und entflammt!Nicht etwa bittere Ausdrücke gegen ihre eigenen Lehr-säye haben sie gekränkt: bewahre! die ruchlosen Dok-trinen, die — falls sichs von Politik handelt, — demVaterland so großen Schaden bringen, oder, —wenn von Philosophie die Rede, — die Welt insVerderben stürzen, diese zu denunziren und anathc-matesiren legt ihnen ihr Gewissen, nicht ihre Selbst-liebe auf. Denke an Warburtons ") Urthcil überLord Bolingbrokes Philosophie! Gab es je einesolche Täuschung in der Schlußfolgerung? aber diese
*) William Warburton, geb. 1898 zu Remark, gest.1779 als Bischof von Glvucester, zeichnete sich alsTheolog und Kritiker Shakspeare's :c. aus. Be-kannt ist namentlich seine Abhandlung über diegöttliche Sendung des Moses. Die Schrift überBolingbroke erschien im Jahr 1749.
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