Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

11

Vs hat sie allerdings, denn es ist Dein Kind!nnd das ist selbst in Armuth nnd Niedrigkeit eineE bschaft, welche ihr Stolz nnd Freude einflößenkann. Komm, Gel obter, die Luft geht scharf, undfeuchter Dunst setzt sich Dir auf die Stirn; halt,daß ich ihn Dir wegküsse."

Du Meine," antwortete der Gelehrte, indemer anfüand und den Arm um den zarten Leib seinesWeibes schlang,hülle Deinen Shawl dichter umDeine Brust und laß uns noch einen Augenblick aufdie Nacht hinaus sehen. Ich kann nicht schlafen, bisich das Fieber meines Bluts niedergeschlagen, dieLuft hat für mich keine Kalte in ihrem tzanch."

Und fle traten ans Fenster nnd sahen hinaus.Alles war still in der engen Straße; die kaltengrauen Wolken jagten schnell am Himmel dahin nnddie matten, erbleichenden Sterne glimmten in großenZwischenräumen auf die stumme Stadt herab, wieerlöschende Wachlampen eines Tobten.

Werthlos lehnten sie sich hinaus; als sie aberempor schauten zum düstern Himmel, schmiegten siesich näher aneinander, als fühlten fle hiezu einennatürlichen Instinkt, sobald die Welt draussen ent-mnthigend und trüb schien.

Endlich brach der Gelehrte das Schweigen; aberseine irren, unzusammenhängenden Gedanken richte-ten sich weniger an die Gattin, als unbestimmt undunbewußt an ihn selbst.