Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
121
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gehorchen. ") I» dieser Pflicht (dem Erzengniß de«gegenseitigen Nuzzens) liegt der Ursprung derMoral! "*)

Die Menschen sind aber von Natur geneigt dieGottheit, die sie aus ihrem Staunen und ihremSchrekken heraus sich persouifizirt haben, zu besänf-tigen sie suchen zu errathcn was dem unbetautenGott am meisten gefallen oder am meisten zuwidersein möge. Sie theilen ihm die Attribute ihrereigenen Menschlichkeit, nur in größerem Maßstab,zu; nach diesen Attributen beurtheilen sie ihn; na-tül'lich stellen sie sich daher vor, eine Verlegung derMoral, welche die Harmonie ihres eigenen Zustandsstören würde, müsse dem über diesen Zustand wa-chenden Gott misfallen. Dem Schreiten des Gesez-zes fügen sie den Zorn Gottes bei. Daher der Ur-sprung des Bandes zwischen Religion und Moral.

*) Wellen wir uns der Mctapkipstk gewisser Schulenbequemen, so mögen wir de» Ursprung der Re-ligion wie der Moral in angeborenen Idee» fin-den; aber selbst in diesem Fall li-sse sich leichtzeigen, daß die beiden entweder das Ergcbniß ver-schiedener Ideen oder doch einer gänzlich verschie-denen Wirksamkeit derselben Idee sein müssen.

") Demnach ist der Ursprung der Gesezgebung undder Moral gleichzeitig aber nicht vollkommengleicv. Die Nothwendigkctt ein Gesez zu geben,schast das Gesez; der Bortheil, dem Gesez zugehorchen ruft die Moral hervor.