Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

105

finden wir daß fle, bei all ihren aristokratischenFehlern, dennoch auf dem Land nickt seiten gegendie aristokratische Unwissenheit des Landadels gewirkthat. Gebildeter als der dlose Sgnire hat der geist-liche Friedensrichter eine viel klarere Vorstellungvon seinen Pflichten, als der welrliche; und unterzehn Fällen einer guten Verwaltung der Armen-gesezze durch die respektive» Beamten komt dieseVerwaltung neunmal dem Geistlichen zu. Ich tasteIhr vortreflickes Argument nicht an, mein Herr.Ich überlasse cs dem Leser, sich ins Gedächtniß zurufen, wie weise Sie die Aufstellung einer Staats-kirche von derselben breiten Basis ans vertheidigthaben, von welcher aus wir die Ausstellung vonSchulen vcrthciLigen d. h. von dem Saz aus,daß die Menschen die Nvthweudigkeit der Reli-gion und der Kentnisse nicht so dringend fühlen, alsdie Nvthweudigkeit des Essens und Trinkens, daherdenn diejenigen Gesetze, nach welchen die physische»Subsistenzmittel verlangt und geregelt werden, nichtauf tue moralisckk Existenz anwendbar seien; daßman es dem Menschen überlassen solle, nach demEinen selbst zu suchen, daß man ihm aber dasAndere aufdrängen müsse. Was ich behaupte ist,daß Staatskirche nnd Sektirer« wvhlthätig aufeinander wirken; daß eine geduldete, unterrichteteSekte den Eifer der Staatskirche ansporne und, fallslcztere von Misdräuche» bedrükt ist, erster« das christ-liche Publikum selbst auf die Misdräuche aufmerksam