Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
102
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lor

bestätigt. Nicht als ginge die Religion selbst unter,wo eine Staatskirche fehlt; aber sie zersplittert sichin tausend Formen, von welchen jede die andernin «rhizter, verderblicher Extravaganz üderbietet.Denn das Volk last nie von einem Glauben, derihm schmeichelt und es tröstet; es ist im Gegentheilnur zu geneigt, denselben bis znm Exceß zn steigern.Eine müde, duldsame Staatskirche hält dem Anggewissermaßen die Grenzlinien eines nüchternenSinnes vor, und das Sektenthnm läst dann ehervon seinen alten llebertreibnngen, als daß eS miteinigem Glnk in neue überspränge. Meiner Ansichtnach würde die Aufhebung der Staatskirche bei unszu einer Lüstern, umnachteten Austerüät führen.Denn fast all unsre Sekten sind gegen Künste undLebenserheiterung gestimt; wäre die Staatskirchenicht mehr, und eiferte eine Sekte mit der andernin religiösem Eifer, so würde eine Rivalität in derStrenge und dem Kampf gegen die sonnigen Lebens-freuden daraus folgen, so daß wir gerade derjenigenNeigung, die wir am meisten dämpfen sollten (be-sonders in England, das bereits allzusehr dahinstrebt) die meiste Nahrung und Einigung gäben. DieKirche mit allen Gebrechen, die sie zunächst anseiner gewaltsamen und daher unvollkommenen Re-form, und sodann aus einem zu strengen Widerstandnachzog, ist in England doch immer ein stilles aberunnachlassendes Gegengewicht gegen jeden ungehöri-gen Geist fanatischer Hypokondrie gewesen. Auch