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„Mein Herr, vr. Aoung war ein großer Dich-ter; aberJederman wüste, daß er nicht ganz ortho-dox war."
Diese seltsame Kälte — dieser Mangel an Be-redsamkeit, ja beinah an jedem Anschein menschlichenMitgefühls, welcher die Vorträge in der Staats-kirche bezeichnet, ist das Ergebniß des aristokrati-schen Einflusses, welcher das Lächerliche als einVerbrechen anfstellt und dafür den so genantenguten Geschmak zur Regel des Benehmens er-hebt. Die Mitglieder der Aristokratie geben natür-lich den Mitgliedern der Staatskirche den Ton an,und so zerstört die Berüksichtignng der konventio-nellen Ruhe gut erzogener Lente die Begeisterung,die einem Prediger der Religion eigen sein sollte.Ein gewisser Bischof, ein Mann von ausgezeichnetemVerstand »nd Gemüth, empfindet die Nachtheile,die aus einem so komisch lauen Benehmen der Pre-diger für die Religion selbst entstehen können, sostark, daß er jezt seine Bckanten unter der jungenGeistlichkeit Deklamationsunterricht bei dem berühm-ten Schauspieler Jones nehmen läst, damit sieWärme und Innigkeit lernen.
Das kunstrichtcrliche Axiom : „um Gefühle in mirzu erwekken must Dn selbst zu fühlen scheinen,"findet seine Anwendung eben so sehr auf di- Kanzelals ans die Rednerbühne — auf die Predigt als aufdas Drama.