Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
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tet den Zorn, der kommen wird! Denkt an eureunsterblichen Seelen! Denkt, o denkt welchfurchtbare Verantwortlichkeit auf dem Leben liegt!wie genau die Rechnung gehalten wird, wie schnellsie abgefvdert werden kann!" Sind Dies seineWorte? sie sind gewiß von höchster, den Affekt auf-regender Wichtigkeit, und werden im Ton einesMenschen hingeworfen, der ganz gelassen fragt:Johann, wie lange stehts noch bis zum Mittag-essen an?" Ja, bäte der ruhigste M-nsch in derWelt einen Wildhnter, ihm seinen Lieblingshnndnicht zu e> schiefen, er würde mit tausendmal mehrEnergie sprechen; und doch bemüht sich dieser Pre-diger die Seelen einer ganzen Gemeinde, allseiner Bebauten, all seiner Freunde, all sei-ner Verwandten, seiner Fran (der Dame in demflammrothen Hut, deren Sünden ohne Zweifel Nie-mand besser keilt) und seiner sechs Kinder zu retten,deren ewiges Heil ihm theurer sein muß als ihrzeitliches Glük; und doch übt er eine so wunder-volle Herrschaft über seine Gefühle! Ich sah inmeinem Leben keinen fo kühlen Mann!Aber meinWerthester," bemerkt der fashionable Purist,dieseKälte ist Anstand; sie ist das wahre Merkmal einesGeistlichen von der Staatskirche."

Ach! vr. Dornig dachte nicht so, als erbeim Wahrnehmen des unzulänglichen Eindruks,den er auf seine Zuhörer machte, inne hielt und inThronen ansbrach.