Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
83
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pfen, ist es wirklich ihr Zukommen die Leidenschaf-ten diese Titanen, die so oft sie die Erde berüh-ren ans ihr neues, riesiges Leben entnehmen zubekriegen und anfzuwägen, soll sieZum Pfad auf schön're Welten führend lvkkenso muß sie alle Kräfte, die wir aufbieten können,um sich her rufen; nm die Leidenschaften zu über-winden muffen die Leidenschaften sie nähren; sie kannkein laues, schläfriges Princip sein, eingehegt undverkrüppelt von jenem Verstand, der sonst nichtsin unserem Thun bewältigt. Sie hat nichts mitdem Räsonnement zu thun; sie muß eine Empfindung,eine Herzensregnng sein, fortwährend in uns vor-handen, Alles durchdringend, färbend, erhebend.Zn diesem Bewnstsein strebten die altern Verkünderjedes Glaubens sie, wie Liede und Ruhm, mit derPoesie des Lebens zu verbinden. Die Religionschwindet aus einem Volk, sobald die Poesie ausder Religion schwindet. Der Glaube der Völkermuß, wie ihre Staatsverfassnng, um die Ingend-kraft wieder zu gewinnen, zu seinen ersten Quellenzurnkkehren. Eine reifliche Betrachtung dieser Wahr-heit thnt unserer Zeit noth; denn Viele unter uns,denen die Erhaltung der Religion vielleicht unge-mein am Herzen liegt, arbeiten gerade auf eineSchwächung ihrer Macht los. Räsonnement undReligion sind so große Widersprüche als Räsonne-ment und Liebe. Religion ist nur Liebe mit einem

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