Druckschrift 
3 (1836)
Entstehung
Seite
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Um die Wirkungen der Religion zu begreifen,ihre Bußen zu ertragen, ihre Warme in uns zusaugen, müssen mir weit zuverlässigere und unter-nehmendere Fähigkeiten aufdieten, als blos den Ver-stand; wir müssen zu ihren Gunsten alles Gefühl,alle Poesie unserer Natur beirufcn. Auf das großeWerk Gottes müssen wir dieselbe Art von Kritikanwenden, wie auf die Meisterstükke der Menschen.Messen wir doch auch die Gemälde Rafaels, den him-melstrcbenden Geist Miltons nicht nach Zollen undLinien. Wir fragen nicht beständig mit der Eng-herzigkeit jenes Logikers:Was beweisen sie?"

Wir suchen sie vielmehr nach derselben Fantasie z»beurtheilen, die sie hervorricf. Wir dnrchdringenunsre Vorstellungen mit der Große Dessen, was wirbeschauen, und bringen nicht zu dieser Anschauung,sondern entnehmen ihr jenen erhabenen Glauben derIdealität und Jmmaterialität, den wir allein daverwerfen, wo wir Das prüfen was seine Anwen-dung noch weit mehr fodcrt die Werke Gottes.

Ehrbegierd«, Ruhm, Liebe üben gerade deshalbeinen so mächtigen Einfluß auf die Angelegenheitender Erde, weil sie nichr blos auf Verstandesderech-mingen beruhen, sondern durch all Das getragenwerden, waS das Ideale für das Leben bildet, undweil sie ihre Jugend und Kraft aus den begeistern-den Quellen des Herzens trinken. Soll die Religiongleich mächtig in ihren Wirklingen sein, soll sieerfolgreich mit ihren weltlichen Nebenbulern käm-