Druckschrift 
2 (1841)
Entstehung
Seite
100
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Ivo

des Arztes schmückte, sah er auf den steinernen Treppen«in bitterlich weinendes Kind fitzen ein Schauer zucktedurch Philipps Herz! Erkannte er wirklich diese Stimme,so entstellt durch Schmerz und Kummer? Er blieb stehenund legte seine Hand auf die Schulter des Kindes:Oh!thut es nicht! thut nicht bilte thut nicht ich geheschon, ich gehe wirklich!" schrie das Kind wimmernd, undhielt sich noch immer die gefalteten Hände vors Gesicht.

Sidneh!" sagte Philipp. Der Knabe sprang auf,stieß einen entzückten Freudeschrei aus, und fiel seinemBruder an die Brust.

O Philipp! lieber, lieber Philipp! Du bist ge-kommen mich zurückzuholen zu meiner meiner Mama;ich will so gut seyn, ich will sie nie wieder betrüben,nie, nie! Ich bin so elend gewesen!"

Setz Dich und erzähle mir, was sie Dir gethanhaben," sagte Philipp, sein Herz niederkämpfend, dasbeim Namen seiner Mutter zu schwellen anfing.

So saßen sie denn da auf dem kalten Stein unterdem Portikus eines Fremden, diese zwei Waisen; Philipp»den Arm um seines Bruders Leib geschlungen, Sidney anseine Schulter gelehnt, und ihm, vielleicht mit wohl ent-schuldbaren Uebertreibungen, alle die Leiden erzählend,die er durchgemacht, und als er an die heute Morgen er-littene Züchtigung kam, und seine Schwiele über die klei-nen Hände herüber zeigte, die er umsonst stehend empor-gehoben, da schüttelte der leidenschaftliche Zorn Philippam ganzen Leibe. Sein erster Gedanke war, gerade in