Kreppbändern aufgeboten werde. Wenn eine unbestimmte,nicht weiter ausgebildete Vermuthung in ihm diese letzteund nichtige Aufmerksamkeit Robert Beaufort zuschrieb, soverminderte dies weder die trotzige, finstere Erbitterung,die er gegen seinen Oheim gefaßt, noch fiel ihm andrer-seits ein, daß er wohl das Recht hätte, die der Todtengespendeten Ehrenbezeugungen abzulehnen, obschon er dieihm, dem Lebenden, gemachten Anerbietungen zurückwies.Er war seit Mr. Blackwells Besuch in einem Zustand vonApathie und dumpfem Brüten verharrt, welcher den Leu-ten im Hause mehr an Gleichgültigkeit als Jammer zugrenzen schien.
Das Leichenbegängniß war vorüber; und Philippwar in die Gemächer zurückgekehrt, welche die Todte innegehabt, und jetzt erst machte er sich daran zu untersuchen,was fle von Papieren u. s. w. hinterlafsen. In einem altenSchreibpult fand er zuerst verschiedene Packete Briefe vonseines Vaters Handschrift; bei vielen war die Schrift durchdie Länge der Zeit verblichen. Er öffnete einige; es warendie frühesten Liebesbriefe. Er getraute sich nicht, Mehr alsein paar Zeilen zu lesen, — so sehr kontrastirte ihre leben-dige Zärtlichkeit, der Hauch der offenen, herzlichen Leiden-schaft mit dem Schicksal der Angebeteten. In diesen Briefenschien wirklich das Herz des Schreibers selbst zu schlagen.Jetzt waren beide Herzen gleichermaßen gedämpft! Undder G e i st rief umsonst dem Geist!
Endlich stieß er auf einen Brief von der Hand seinerMutter, an ihn gerichtet, mit dem Datum des zweiten Tages