„Bloßer Versuch, lieber Gemahl. Ich verlange nurdrei Monate Frist. Späterhin wirst Du mir die Len-kung unserer Politik ganz und gar überlassen. Ich binzur Diplomatie geboren. Bin ich nicht John Vernon'öTochter?"
„Run, nun, so mach's wie Du willst," sagte LordErpingham; „aber ich sehe schon wie cs enden wird. Ue-brigens sage mir, ob Du heute zur Lady Deloille fährst?"
„Freilich, wenn Du es wünschest —"
„Ich wünsch' es."
Lady Deloille war eine stolze, hochfahrende Dame,nicht sehr beliebt, und ward nicht so oft von ihres Glei-chen eingeladen, als es geschehen sehn würde, wenn siebeliebt gewesen wäre und sich de» Hof hätte machen lassen.
Constanze wußte mit wem sie zu thun hatte. Siefuhr an demselben Tage bei Lady Deloille vor. LadyDeloille befand sich zu Hanse: eine hübsche und beliebteMrs. Treovr war bei ihr.
Constanze ward kalt von der Lady ausgenommen ;Constanze gab sich wie die Hoffart selbst.
„Sie besuchen heut Abend die Herzogin von Dau-bigny?" fragte Lady Deloille, im Verlaufe der keines-wegs lebhaften Unterhaltung;
„Ich? fürwahr, nein! Ich ziehe angenehme Ge-sellschaft vor. Ich habe mich entschlossen einen Zirkel zubilden, in den keine mißfallende Person Zutritt erhaltensoll. Wollen Sie mir darin beistehen, thenre Mrs. Tre-