Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
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wohnliches Ercigniß nicht sehr beunruhigt. In je-ner Nacht jedoch wurde es so stark, daß Alles nichtnur zu wanken, sondern den Einsturz zu drohenschien. Meine Mutter eilte in mein Schlafzimmer.Ich war eben im Begriff aufzustehen, um ste zuwecken, wenn sie noch schliefe. Wir setzten uns inden Hof, welcher in mäßigem Zwischenraum dieHäuser vom nahen Meer trennte. Ich weiß nicht,soll ich's Unerschrockenheit oder Gedankenlosigkeitnennen, denn ich war damals erst achtzehn Jahrealt: genug, ich lasse mir die Geschichte des TitusLiviuS geben, lese, als ob ich ganz in meiner Mußewäre, und setze auch die angcfangenen Auszüge fort.Plötzlich erscheint ein Freund meines Oheims, derkürzlich zu ihm aus Spanien gekommen, schilt, alser mich und meine Mutter sitzend und mich sogarlesend findet, sie wegen ihrer Geduld, mich wegenmeiner Sorglosigkeit. Ich aber las nicht wenigereifrig fort.

Es war schon die erste Stunde des Tages(6 Uhr Morgens) und noch war es nicht hell, derHimmel ganz trübe. Da die umliegenden Gebäudeheftig schwankten, so schien die Gefahr des Einsturzesselbst in dem beschränkten offenen Raum groß undunvermeidlich. Jetzt erst beschlossen wir, die Stadtzn verlassen. Die erschrockene Menge, welche thut,was sie Andere thun fleht und was in der Angstfür Klugheit gilt, folgte schaarenweise und drängtund stößt uns vorwärts. Als wir die Gebäude hinter