Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

103

schnappenden, ungestalten Seegeschöpfcn, welche dieWellen auf dem Sand zurückgelaffcn, und von demGetös der gewaltigen Steine, die der Berg in dieTiefe schleuderte, so erschreckt worden, daß sie nachdem Land umkchrten, das immer noch einen mindergräßlichen Anblick darbot. So hatten sich die beidenMenschenströme, der eine zum, der andere vom Meerwogend, begegnet und fühlten, als sie in Verzweif-lung und Ungewißheit anhielten, wenigstens in ihrerZahl einen traurigen Trost.

Die Welt muß durch Feuer untergehen sagteein alter Mann in einem langen, weiten Gewand,ein Philosoph von der stoischen Schule;stoische undepikuräische Weisheit stimmen in dieser Verkündungüberein, und die Stunde ist gekommen!"

Ja, die Stunde ist gekommen!" rief eine lauteStimme feierlich aber furchtlos. Die Nächststchendensahen sich erschreckt um. Die Worte kamen vonOben. Es war die Stimme Olinthö, der, von sei-nen christlichen Brüdern umgeben, auf einer jähenAnhöhe stand, auf welcher die alten griechischen An-siedler dem Apollo einen längst verwitterten und halbverfallenen Tempel erbaut hatten.

Noch während Jener sprach, kam die plötzlicheHelle, die Vorbotin von Arbaces Tod; sie erleuchtetedie geängstete, niedergckrümmtc, athcmlose Menge,und nie auf Erden hatten Menschengesichter so ge-spensterhaft ausgesehen I nie war einer Versamm-lung von Sterblichen die Furchtbarkeit und Majestät