dern in dieser furchtbaren Stunde zu erforschen undin dem düster» Licht, dessen Blässe die natürlichenFarben von ihren Wangen verjagte, schienen Beidevon einem aschfarbenen, gespcnsterhaftcn Weiß über-goffcn. Allein ihre Stirnen waren kühn und uner-schrocken, ihre Glieder zitterten nicht, ihre Lippenwaren zusammengcdrückt und fest. Die Religion desEinen, der Stolz des Andern, das Bcwußtscyn derUnschuld in Beiden und vielleicht die Stütze, dieJeder in der Anwesenheit des Andern fand, erhobendas Schlachtopfcr zum Helden.
„Hörst Du das Geschrei? Sie jauchzen überMenschenblut," sagte Olinth.
„Ich hör' cs, das Herz bebt mir darüber, aberdie Götter stützen mich."
„Die Götter! o unbesonnener junger Mann,erkenne wenigstens in dieser Stunde den einzigenGott. Hab' ich Dich nicht im Kerker belehrt,, fürDich geweint, für Dich gebetet — habe 'ch nicht inmeinem Eifer und in meinem Schmerz mehr an dieRettung Deiner Seele, als an die der meinigengedacht?"
„Braver Freund," antwortete Glaukus feierlich,„mit Ehrfurcht, mit Erstaunen und mit einer gehei-men Neigung zum Glauben Hab' ich auf Dich gehört.Blieben wir am Leben, so hätt' ich mich vielleichtden Lehrsätzen meiner eigenen Religion entwöhntund zu der Dcinigen geneigt; aber in dieser letz-ten Stunde würde ich als eine gemeine Memme