-52
„Schon längst! o Sallust! Hörtest Du die Trom-peten und das Getramp der Füße nicht?"
„Ach ja, aber den Göttern scy Dank, ich warnoch schlaftrunken und durfte mich bloß auf dieandere Seite kehren, um wieder einzuschlummern."
„Die Gladiatoren müssen längst in der Arenasepn."
„Die Unglücklichen! Es ist doch Niemand vonmeinen Leuten zu dem Schauspiel gegangen?"
„O nein! Deine Befehle waren zu bestimmt."
„Gut. — Wollte, der Tag wäre vorüber! Wasist das für ein Brief auf dem Tisch dort?"
„Der? Ach, der Brief, den Du gestern Abendcrhielst; aber Du warst zu — zu. . .
„Betrunken, um ihn zu lesen, denk' ich wohl.Schadet nichts; er kann nicht von großer Wichtig-keit scyn."
„Soll ich ihn für Dich öffnen, Sallust?"
„Thu es; immer etwas, um meinen Gedankeneine andere Richtung zu geben. Der arme GlaukuS!"
Der Freigelassene nahm die Binde von demSchreiben. „Was! griechisch!" rief er; „wohl voneiner gebildeten Dame." Er überflog den Inhaltund sein Gesicht drückte plötzliche Bewegung undUeberraschung ans. „Gute Götter! was haben wirgethan, edler Sallust, daß wir diesem Brief nichtfrüher Beachtung schenkten! Höre:"
„„Nydia, die Sklavin, an Sallust, den Freunddes Glaukus! Ich bin eine Gefangene im Haus des