als würden sie unwillkürlich von den Fluthen einesunsichtbaren Stroms getragen. Und die Gesichterdieser Schatten waren deutlicher als diejenigen, welcheaus der cntgegcnstchendcn Gallerie hcrauskamcn; eini-gen war Freude, andern Schmerz ausgeprägt; einigeglühten von srohcr Hoffnung; andera schienen vonAngst und Grauen gänzlich danieder geschlagen. Sozogen sie fort und fort schnell vorüber, bis die Augen'des Zuschauers durch die ewig wechselnde Aufein-anderfolge von Dingen, die durch eine offenbarfremde Kraft angetrieben waren, schwindlich undgeblendet wurden.
Er wandte sich ab und erblickte im Hintergrundder Höhle die mächtige Gestalt einer Riesin, die aufübereinander gcthürmten Todtcnschädeln saß, wäh-rend ihre Hände emsig an einem bleichen, schatten-haften Gewebe arbeiteten; und er sah, daß das Ge-webe mit den zahllosen Rädern in Verbindung stand,als leite es den Gang ihrer Bewegungen. Es warihm, als ob seine Füße durch eine geheime Machtgegen das Weib hingetriebcn würden und immerfortschritten bis er Stirn gegen Stirn vor ihr stehenblieb. Die Züge der Riesin waren hoheitvoll, stillund von heiterer Schönheit. Es war das Antlitzeiner jener kolossalen Sphinrc seiner eigenen Vor-fahren. Keine Leidenschaft, keine menschliche Bewe-gung störte die sinnende, faltcnlose Stirn; wederTrauer noch Freude, noch Erinnerung, noch Hoff-nung stand aus derselben; sie war frei von Allem,