Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
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verschwamm mit den wechselnden Farben des Morgen-Himmels. Die Wolke, die so lang über der Kuppedes Vesuvs geruht hatte, war plötzlich verschwundenund seine rauhe, stolze Stirn blickte zornlos auf diereizende Landschaft unter ihm herab.

Trotz der frühen Stunde standen die Stadtthoreoffen. Reiter auf Reiter, Fuhrwerk auf Fuhrwerkeilten rasch herein, und die Stimmen zahlreicherGruppen von Fußgängern in ihren Festtagskleidernschallten in fröhlichem Jubel weit dahin; die Straßenwaren von Bürgern und von Fremden aus der volk-reichen Umgebung Pompeji's vollgedrängt, und lär-mend, schnell durch einander wogten all diese mannig-faltigen Ströme des Lebens dem verhängnißvollenCirkuS zu.

Trotz dem ungeheuren Umfang des Amphitheaters,das in so auffallendem Mißverhältniß zu der Größeder Stadt zu stehen scheint, daß man glauben sollte,die ganze Bevölkerung von Pompeji habe darin Platzgehabt, war gleichwohl bei außerordentlichen Gelegen-heiten der Zulauf von Fremden aus allen TheilenKampaniens so stark, daß der Platz vor dem Gebäudein der Regel schon mehrere Stunden, ehe die Spielebegannen, von solchen Personen eingenommen war,die durch ihren Rang kein Recht auf besondere Sitzehatten. Dazu vermehrte die Neugier, welche durchdie Verdammung zwei so merkwürdiger Verbrecherangeregt worden, die Menge an dem heutigen TagZu einer beispiellosen Größe. Während das gemeine