Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
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nicht, kennst nicht die stolze Seele eines Atheners!Das unerwartete Antlitz des Todes mochte mich für,einen Augenblick erschrecken, aber jetzt ist die Furchtvorüber. Entehrung dagegen erschreckt mich für im-mer! Wer wird seinen Namen schänden um seinLeben zu retten? Wer ein reines Bewußtsein opfern,um befleckte Tage zu gewinnen? Wer eine Schandelügenhaft auf fich laden, und gebrandmarkt in denAugen der Ehre und der Liebe dastchcn? Gibt eseinen so niedern Feigling, der so etwas auf flchnimmt um ein paar Jahre eines beschimpften Lebenszu gewinnen, so glaube nicht, dumpfer Barbar desDstenS, Du werdest ihn in einem Menschen finden,der denselben Boden getreten hat wie HarmodiuS,dieselbe Luft gesogen wie Sokrates. Gehl laß michohne Gewissensbisse leben, oder ohne Furcht sterben!"

Ucbcrlcge wohl! die Klauen des Löwen, derHohn des rohen Pöbels, das Gaffen der Menge aufDeine Todesqual und Deine verstümmelten Glieder;Dein Name entehrt; Dein Körper unbcerdigt; dieSchande, der Du entgehen willst, auf ewig an Dichgeheftet!"

Du rasest, Du bist der Verrückte, nicht ich;Schande liegt nicht im Verlust des Wcrtheö den unsAndere, sondern den wir uns selbst beilegen. WirstDu gehen? Dein Anblick cckelt mich an. Bisherhaßte, jetzt veracht' ich Dich."

Ich gehe!" erwiederte ArbaceS verletzt underbittert, aber nicht ohne einige bemitleidende Be-