i;o
sich einbilden, eine gute Regierung müsse eine schwacheRegierung sein und das Volk müsse dieselbe nachseinem Wille» modeln und beherrschen: — Ihr köntkeine schwächere Regierung haben, als gegenwärtig,ich sehe aber nicht, dak Ihr deshalb besser daranwäret! Ihr, das Volk, leitet eine schwache Regie-rung nicht; es sollte mich freuen, wenn Ihr Dasthätet, denn das Volk ist ruhig und überlegt undhat ein tiefes Berständniß vom allgemeinen Nuzzen.Aber Ihr habt einen Doppelgänger, thenre Freunde;einen niederträchtigen, heuchlerischen, lärmenden,prahlerischen Gesellen, den man gewöhnlich für Enchanslcht und bei welchem die Journalisten unabän-derlich schwören — eine Kreatur, die PublikumHeist. Ich kenne kein naseweiseres, eingebildeteresThier als besagtes Publikum. Ihr seid unsterb-lich, das Publikum aber ist eine Eintagsfliege; esschwebt blos auf der Oberfläche der Zeit; es »er-schlicht die schalesten Ansichten; es sprudelt die lär-mendsten Lügen »on sich; was es in der einenStunde sagt, nimt es in der nächsten zurük; es istein Ding aus lauter Grillen und Launen, Narrhei-ten und Hirngespinsten. Und es ist dieser hadernde,schale Usurpator, cs ist das Publikum, nicht aberdas Volk, was einer schwachen Regierung »orschreibt!
Ihr irrt Euch, wenn Ihr glaubt, eine strengeRegierung müsse nothwendig feindlich gegen Enchsein: gewa ltth ä ti g e Regierungen sind keine starkeRegierungen; eine Regierung ist nur dann stark,