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verstehen, weis Andern dunkel und verborgen war.Er, den sie doch nie gesehen, wurde ihr ein stets ge-genwärtiger Freund. Sein Ehrgeiz, sein Ruf wurdefür sic wie ihr eigener Besitz. So schrieb sic endlichan ihn, in der Thorhcit ihrer jugendlichen Schwärmerei,ohne an die Möglichkeit einer Entdeckung, an irgendwelche Folgen zu denken — die Gewohnheit, nachdemsic sich ihr einmal ergeben, ward für sie eben einesolche Wonne, wie das Schreiben fürs Auge der Weltes ist für eine» Antvr, welchen die Last seiner Ge-danken zu ersticken droht. Endlich sah sic ihn und erzerstörte ihre Illusionen nicht. Sic hätte vielleicht vonder Bezauberung sich losgcriffcn, wenn sic ihn augen-blicklich bereit gefunden hätte, vor ihrem Altar anzn-bctcn. Die Mischung von Zurückhaltung und Offenheit— Offenheit in der Sprache, Zurückhalung im Be-nehmen — welche Maltravcrs eigen war , reizte sic.Ihre Eitelkeit kam ihrer Phantasie zu Hülfe. Endlichtrafen sie in Clcvclands Hans zusammen — ihr Ver-kehr wurde ungezwungener — ihre Freundschaft wardgegründet, und sie machte die Entdeckung, daß sic ab-sichtlich ihr Glück aufs Spiel gesetzt, indem sic ihrenTräumen nachgcgcbcn; aber damals schon glaubte siesich von Maltravers geliebt, trotz seines Schweigensüber den Punkt der Liebe. Sein Betragen, seineWorte verricthcn sein Interesse an ihr, und seineStimme war immer sanft, wenn er mit Frauen sprach;denn er besaß viel von der alten ritterlichen Achtungund Zartheit gegen das andere Geschlecht. Es war