44
gewiß war Sybillens Sache nicht gänzlich verloren, ob-wohl sehr erschüttert und gefährdet, als Lord Hastingsvor der Lady Bonville Thor abstieg; aber sein Gesichtwurde allmälig blässer, seine Miene und Haltung wenigerzuversichtlich, je näher er dem Zimmer und der Person derverwittweten Katharine kam.
Sie saß allein in demselben Zimmer, in welchem ersie bei seinem letzten Besuche gesehen. Zhre tiefe Trauertrug, durch den Contrast mit der Bläffe und ausnehmen-den Klarheit ihrer Gesichtsfarbe nur noch zur Erhöhungihrer Schönheit bei. Hastings verbeugte sich tief undsetzte sich schweigend neben sie.
Die Lady von Bonville betrachtete ihn einige Augen-blicke mit einem unaussprechlichen Ausdruck von Schwer-muth und Zärtlichkeit. All ihr Stolz schien verschwunden;selbst der Charakter ihres Gesichts war verwandelt; ernsteStrenge war sanfte Schüchternheit geworden, und gemes-sene Selbstbeherrschung war einem unverkennbaren Kampfevon Hoffnung und Furcht gewichen.
„Hastings! — William!" sagte sie, mit leiser undflüsternder Stimme, und beim Ton dieses letztern Na-mens von diesen Lippen fühlte der Edelmann das Blut inseinen Adern schauern und sein Herz pochen. „Wenn,"fuhr sie fort, „der Schrit, den ich gethan habe. Dir un-weiblich und zu kühn erscheint, so erfahre wenigstens, wasmeine Absicht war und meine Entschuldigung ist. Es gabeine Zeit (und Katharine erröthete,) wo, wie Du wohlweißt, wenn es mir frcigestandcn hätte, diese Hand zu