wundenen Pfad entlang. Das Zimmer war im obernStockwerk, nnd mit einer Sorgfalt geschmückt, wovondas Aeußere des Hauses Wenig erwarten ließ, und diesich beinahe der Eleganz näherte. Die frischen grünenBinsen, welche den Boden bedeckten, waren mit getrockne-tem wildem Thymian und andern wohlriechenden Kräu-tern gemischt. Die nackten Wände waren mit Sarschevon einem Hellen, heitern Blau überzogen, ein schönerTeppich (esrpet äs euir) bedeckte de» eichenen Tisch,worauf seltsam eingelegte musikalische Instrumente lagen,nebst einigen wenigen Handschriften, hauptsächlich eng-lische und provenoalische Poesie. Die Stühle waren mitKiffen vonNorwichgeweben, von heitern Farben versehen.Alles war zwar einfach, aber alles verrieth ein Behagen,ja einen verfeinerten Geschmack nnd einen Wohlstand, wieman es sehr selten sogar in den Häusern der zweiten Stufedes Adels traf.
Wie Sybille hinausschaute, klärte sich plötzlich ihrAngesicht auf; sie stieß einen Freudenschrei aus — eilteaus dem Zimmer — stieg die Treppe» hinab, und kaman ihrem Vater vorbei, der vor dem HauSeingang saß,dem Anschein nach versunken in eine seiner tiefsinnigstenTräumereien. Sie küßte seine Stirne — (er nahm sienicht in Acht,) — hüpfte mit leichtem Schritt über dengrünen Rasen des Obstgartens, blieb bei einem kleinenPförtchen stehen, lauschte mit pochendem Herzen auf dennäher kommenden Laut von Pferdehufen; näher und im-mer näher kam der Hall. Ein Reiter wurde sichtbar.