Druckschrift 
8 (1843)
Entstehung
Seite
98
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und Launen widersetzt, und jetzt sprach er mit der Bercdt-samkeit eines Mannes, der sein Herz und sein tiefstesLeben in seine Worte legt. Endlich, mit Widerstreben,willigte sie in eine Zusammenkunft mit Warwick. DerGraf kam, von Orforh begleitet, in TonrS an, und diebeiden Edelleute wurden von König Ludwig zu Margare-then geführt.

Der Leser stelle sich ein Zimmer vor, verdunkelt durchdichte über das Fenster gezogene Vorhänge, denn die stolzeFrau wünschte den Grafen in ihrem Gesicht weder dieSpuren der die Schönheit verwüstenden Jahre, noch dieGemüthSbewegungen des beleidigten Stolzes sehen zulassen. Auf einem Thronsessel, auf der Erhöhung desZimmers aufgestellt, saß die unbewegliche Königin, ihreHände krampfhaft die Armlehnen des Sessels umklam-mernd, ihre Züge starr und blaß; und hinter demStuhl lehnte die anmuthige Gestalt ihres Sohnes. Diepersönliche Erscheinung des Lancastrischen Prinzen warfast ebenso merkwürdig wie die seines feindlichen Namens-bruders, aber ihr Charakter war ein wesentlich anderer. *Schlank, wie Heinrich der Fünfte, beinahe bis zummännlichen Fehler der Magerkeit, waren seineKörper-verhältniffe fein und zart, verglichen mit denjenigen, die

*Nach einigen französischen Chronisten hätte der Prinz vonWales, der einer der schönsten und begabtesten Fürsten inEuropa war, den sehnlichen Wunsch gehabt, der Gatte vonAnna Nevile zu werden" u. s. w. Miß Strickland, Le-ben der Margaretha von Anjou.