84
stieß links an einen vorspringenden Bau, welcher Staaks-gemächer enthielt, von dem finstern und geizigen Ludwignie, außer aus Veranlassung von Gelagen oder zumKrunk benützt, und wie wir schon bemerkt, halten fie di-Aussicht auf einen meist einsamen und »»besuchten Gar-ten. Von diesem Garten ertönte, während Anna nochnach Worten rang, um ihrem Vater zu antworten^ niwdir Gräfin ihre Verlegenheit beobachtete, plötzlich dersanfte Ton einer provenealischen Laute, während eine leise,metallrciche Stimm-, zugleich rieseS Gefühl und eineungemeine Kunst verrathend, welche selbst noch einfache-ren Worten Reiz und Bedeutung würde verliehen haben,sang:
Das Lied vom Erben von Laneaüer,
Sein Erbe nur eines Vaters Nam.
Des Ahnen Hcldcnschwert!
DeS Fürsten Loos, Frennd-Heimaih-los.'
Der Bettler nicht begehrt!
Doch Einer süßen Hoffnung TrostBlieb seiner Brust im Bann nah:
Wie der Himmel der Engel Heimath bleibt.
So.die seiner Gedanken — Anna!
Bei diesem Namen zitterte die Stimme des Sängers undverstummte eine Weile; der Graf, der zuerst kaum HLnge-horcht hatte, da er es nur für die übel angebrachte Ga-lanterie Eines der königlichen Minstrels hielt, fuhr ausin stolzer Ueberraschung, und Anna selbst, fester noch ihresVaters Hals umklammernd/ brach in leidenschaftliches