Ü7
heit Fröhlichkeit ist übel angebracht; Ihr verschmäht alleMittel Euren Thron zu sichern — Ihr freut Euch allerEreignisse, die ihm Gefahr drohen. Ich bat Euch, keinenAugenblick zn verlieren, den großen Lord zu versöhnen,den Ihr nach Eurem eigne» Geständniß beleidigt habt,und Ihr erwiedert: Ihr wollet lieber die Krone verlieren,als den Arm wieder gewinnen, der sic Euch aufsetzte!"
„Du irrst Dich, Richard! Diese Krone war theilrdas Erbe, das mir durch meine Geburt gehörte, theils dieErwerbung meines eignen Schwerter. Aber war' es auchso wie Du sagst, es ist nicht der Natur eines Königs ge-mäß, die Gegenwart einer Macht zu ertragen, welchefurchtbarer ist als die seinige, sich einer Stimme zu unter-werfen, die mehr gebietet als rathet; und das glücklichsteEreigniß, das mir je vorkam, ist die Verbannung diesesGrafen. Wie kann ich, nach dem was vorgefallen ist, jewieder sein Angesicht sehen ohne tiefe Beschämung, oderer das meinige ohne Erbitterung?"
„Das habt Ihr mir vor Kurzem erst auch gesagt,und ich habe Euch geantwortet: wenn dem so ist, undEuer Hoheit sich scheut vor der Gegenwart des Mannes,den Ihr schwer beleidigt habt, so seht Euch wenigstensvor, daß Warwick, wenn er nicht als Freund znrückkehrendarf, nicht als unwiderstehlicher Feind znrückkommt! WennIhr ihn nicht versöhnen wollt, so zermalmt ihn! Be-eilt Euch, durch alle Mittel und Künste Clarence vonWarwick zu trennen. Eilt, der Vermählung von des Gra-fen Popularität mit Heinrichs Rechten zuvorznkommen!