eine Kerze in der Hand, erschien mit Warner» der Hutund Mantel in Eile angelegt hatte. „Was ist das?"fragte der arme Gelehrte. „Kami es wahr sehn? Sinddie Menschen so grausam? Was Hab' ich gcthan? Wehmir-! Was Hab' ich gcthan, daß ich dieß verdiente?"
„Kommt, lieber Vater, schnell," sagte Sybille, ihreThränen trocknend, und durch die Gegenwart des altenMannes auf einmal, wie erwacht, Muth und Thatkrastwieder findend. „Aber lege Deine Hand auf dieses Kna-ben Haupt, und segne ihn, denn er ist es, der »ns viel-,leicht gerettet hat."
Der Knabe zitterte einen Augenblick, als das lang-bärtige Gesicht sich gegen ihn wandte, aber als er diesanften, mileen Augen wieder eikannte, verschwand seineabergläubiscke Zurück, und nur.ein heiliger Schauer derDankbarkeit durchzuckte sein junges Blut, als der alteMann seine beiden welken Hände auf sein gelbes Haarlegte und murmelte:
„Gott schütze Deine Jugend — Gott gebe Ehre undWürde Deinen Mannesjahren — Gott schenke Dir Kin-der in Deinem Alter mit Herzen wie das Deinige!"
Kaum war dieß Gebet zu Ende, als man auf derStraße das Dröhnen der Tamburine mit den klingendenGlöckchen daran hörte. Einmal» zweimal, noch einmal,und ein wildes, gellendes Geschrei fiel als Chor ein —sortgepflanzt und wiederhallend von Ecke zu Ecke, vonHaus zu Haus.,