Druckschrift 
7 (1843)
Entstehung
Seite
72
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ter sich hatte, fühlte er, daß er nie wieder so geliebt wer-den könnte, oder wenn auch so geliebt werden, doch nim-mermehr von einem Wesen, so würdig alles dessen, wasseiner schwermüihigen, vereinsamten Seele noch von rei-ner Neigung, von jugendlicher Romanlik geblieben war.

Gr ergriff ihre Hand, und wie sie seine Berührungfühlte, verließ sie ihre Festigkeit, ihr Haupt sank auf dieBrust, und sie brach in die schmerzlichste», heftigsten Thro-nen aus. ,

O Sybille, verzeih mir! Lächle mich wieder an,Sybille!" riefHastings, erweicht und zerschmelzend. Aberach ! das einmal gequetschte und vergällte Herz erholt sichnur langsam wieder, und es dauerte viele Minuten, bisdie sanftesten Worte, welche der beredte Liebhaber zuTönen gestalten konnte, diese brennenden Thränen zutrocknen und das bezaubernde Lächeln zurückzuführen ver-mochten ja, auch da noch war das Lächeln gezwungen >und freudlos. Sie schritten einige Augenblicke, Beide inGedanken, auf und ab, bis Hastings sagte:Du liebstmich, Sybille, und bist all der Liebe würdig, die der Mannfür die Jungfrau empfinden kann; und doch, kannst Dumir diese Frage lösen und schilt mich nicht, daß ich siean Dich richte: Liebst Tu nicht die Welt und derWelt Urtheil mehr als mich? Was ist es, was die FrauenEhre nennen? Was macht fie zurückbeben vor aller Liebe,welche nicht die Form und Beschränkung der hohlenBräuche der Welt annimmt? Hört die Liebe auf, Liebezu seyn, wenn nicht über ihren Reichlhum von Verträum