— als ein armseliger Spieler mit Deinem ernsten Her-zen — und könntest Du so nicht die Liebe dessen zurück-rufen, dessen treuere und würdigere Huldigung noch inDeinem Ohre haftet, und mit ihm glücklich seyu?"
Sybille erhob ihr dunkles, noch feuchtes Auge aufdas Nichts offenbarende Antlitz des Sprechenden, undstarrte ihn an mit ernster und forschender Traurigkeit;dann scheu von ihm sich entfernend, faltete sie demüthigihre Arme auf der Brust und sagte:
„Wenn je, seit wir uns trennten, Ein solcher Ge-danke Dich durchzuckt hat — Gin Gedanke der Reue überdas Op^fer des Stolzes, über die- Verminderung vonMacht, — der — (sie stotterte, brach den Satz ab undbegann von Neuem) mit Einem Wort, wenn Du zurück-tretcu möchtest, sag'es jetzt, und ich will nicht DeineFalschheit anklagen, sondern Deine Wahrhaftigkeit segnen."
„Du könntest Dich also mit Deinem Stolz als Weibtrösten über den Verlust eines unwürdigen Liebhabers?"
„Mein Lord, sind diese Fragen edel?".
Hastings schwieg. Die edleren, sanfteren Elementeseines Wesens rangen heftig mit den härteren und uned-leren. Der Stolz Sybillens ergriff ihn nicht wenigerals ihr Vertraue»; und ihre Liebe war in beiden so sicht-bar — so tief — so herrlich abstechend gegen die kaltenund leichtfertigen Naturen, unter welche ihn sein Loosgeworfen hatte — daß er davor zurückbcbte, für immerein unersetzliches Herz wegzuwerfen. Auf der Brücke desLebens stehend, wo er däs Alter vor sich, die Zugend hin-