und Gefühl der Priester seinen, leeren Segen murmelt?Du in Deinem anmnthigen Stolze zürnst, wenn ich, in-dem ich Dich heirathete, an das Opfer dächte, das Män-ner meines Gleichen — ich gestehe es offen — für da»größte achten, das ein Mann bringen kann; und doch wür-dest Du meine Liebe fliehe», wenn ste von Dir »nd DeinerLiebe ein entsprechendes Opfer begehrte?"
Kunstvoll und listig war die Frage gestellt, und Ha-stings lächelte selbstgefällig in sich hinein, wie er sich vor-stellte. welche Antwort darauf erfolgen würde, und dannantwortete Sybille mit einem Erröthen, wie es der Gegen-stand selbst schon Hervorrufen mußte:
„Ach. mein Lord, ich bin eine schlechte Casuistin,aber ich fühle, daß, wenn ich von Dir verlangte, preis zugeben was mir immer Männer achten — Ehre und denRnf des Muthes und der Tapferkeit — ein Verräther undNiederträchtiger zu seyn, Du mich nicht mehr lieben könn-test : und wunderst Du Dich, daß, wenn der Mann demWeibe anfinnt, preiszugeben, was ihrem Geschlecht alsda» Höchste gilt — das als Weib zu seyn, was der nieder-trächtige Feigling und Verräther als Mann ist — ste ihrGewissen und ihren Gott mit lauterer Stimme sprechenhört, als von einer Menschenlippe kommen kann? DieGüter und Pracht der Welt steht uns frei zu opfern, undächte Liebe beachtet und zählt ste nicht; aber ächte Liebekann nicht das opfern, was die Liebe ausmacht; ste kannnicht opfern das Recht, geliebt zu werden hienieden, dieHoffnung, fort zu lieben im himmlischen Reiche, die Fähig-