Gefahr, keine unaussöhnbare Schuld begleitete diese ge-meine». Schwachheiten, und daher versuchten sie ihn auchnicht mehr. Aber hier — der jungfräuliche Gast, dieTochter seine» mächtigsten Nnterthanen, da» geliebteKleinod des Mannes, dessen Hand einen Thron erbaut,dessen Wort ein Heer zerstreut hatten, — hier, je mehrdie Vernunft warnte und da» Gewissen sich empörte, umso lebhafter ward die au» der Hölle stammende Leiden-schaft wach!
Wie Männer seiner Gemüthsart und Gesinnung,war Edward einer reinen, sich gleich bleibenden Liebeganz unfähig. Seine Neigung für seine Königin glichnoch am ehesten dieser göttlicheren Empfindung: aber wennman sie genau untersuchte und zerlegte, so bestand sie au»ganz verschiedenartigen Gefühlen, Au» plötzlicher Lei-denschaft, die er ander» nicht befriedigen konnte, hatte ereiner ungleichen Herrath zulieb die übereiltesten Opfergebracht. Seine Eitelkeit und eine gewisse ursprünglicheSeelcngrößc, die er trotz seinen Lastern besaß, bestimmteihn zu beschützen, was er selbst erhoben hatte, und dieEhre der Unterth anin sicher zu stellen, die einmal vomKönig geehrt war. Wie die meisten rohen aber kraft-vollen Naturen war er in hohem Grade empfänglich fürdie Vatergefühle, und die Gesichter seiner Kinder halfenden Einfluß der Mutter aufrecht erhalten. Aber wirbrauchen kaum zu sagen, daß bei alle dem jene wahreLiebe, welche zugleich Leidenschaft und treue Hingebungist, nicht in seiner Brust wohnte Die Liebe kümmerte