war ein Vereinzeltes, kleines Gebäude, das etwas von derStraße zurück stand. Walter verweilte ein paar Augen-blicke in stiller Betrachtung an der Gartenthür, bevor erseinem jungen Führer nachfolgte, der den zuin Haus leiten-den Kiesweg leicht hinauf hüpfte, die Klingel zog undfragte, ob Miß Lester da sei.
Walter wurde einige Minuten im kleinen Besuch-zimmer allein gelassen: er bedurfte derselben wirklich, umin der Fluth der auf ihn einstürzenden Erinnerungen zueiniger Fassung zu gelangen, lind war es — ja eS warMinor, die endlich vor ihm stand! Verändert hatte siesich wirklich: das zarte Mädchen war zur vollen Frauen-gestalt aufgeknospt: verändert hatte sie sich: der Schritt,der sich einst so elastisch in erster Lebenshoffnung hob, flognicht mehr einher: das schnell bewegte braune Ang' warsanft und still geworden; die volle Färbung hatte einemschwächer«, obwohl nicht minder lieblichen Anstug Platzgemacht. Doch um im Gedicht zu wiederholen, was inProsa nur eine arme Verkörperung findet:
»So sah'n sie sich — cs war manch Jahr vorbei —
Vom Sturm war angehaucht der junge Mai,
Und mildere Nosen schmückten ihre Wangen.
Die weiße hielt die rothe jetzt umfangen;
Und leicht, wie sie noch durch die Fluren schritt,.
WarS doch nicht mehr der freud'gc Zevhtzrtritt;
Nickt mehr, von HebeS Fülle überwallt,
Beschlich ein Lächeln ewig die Gestalt." *)
*) Aus dem Bildniß, einem Gedickt des Verfassers. „0
Virxo, giiam te memorem!^