„Minor!" sagte Walter kummervoll, „Dank Gott!daß wir uns endlich Wiedersehen."
„Diese Stimme — dieses Gesicht — Detter — meintheurer, theurer Walter!"
Jede Zurückhaltung — jedes tiefere Bewußtsein gingin der Wonne dieses Augenblicks unter. Minor lehnteden Kopf auf seine Schulter und merkte kaum den Kuß,de» er auf ihre Lippen drückte.
„Und so lang in der Fremde!" lispelte sie vorwurfsvoll.
„Sagtest Du mir nicht, der Schlag, der unser Hansgetroffen, habe alle Gedanken an Liebe aus Dir verbannt
— habe uns für immer getrennt? Und was, Ellinore,war mir England, war mir die Heimath ohne Dich?"
„Ach!" rief sie, sich sammelnd, und tiefe Bläffe folgtedem warmen Errvthen der Freude auf ihrer Wange, „er-innere nicht an die Vergangenheit; — Jahre hindurch,lauge, öde, trostlose Jahre Hab' ich ihren traurigen Mah-nungen zu entgehen gesucht."
„Du sprichst weise, geliebteste Minor, laß uns ein-ander in diesem Bestreben beistehen. Wir sind allein inder Welt — laß uns unser Loos vereinigen. Nie imWechsel aller Schauplätze, aller Empsindungen — in derNachtwache unter dem Sternenhimmel des Lagers — imSchimmer der Fürstenhöfe— in Italiens sonnigen Hainen
— in den tiefen Wäldern des Harzes — nie Hab' ichDich vergessen, süßes, theures Mühmchen. Unauflöslichverwuchs Dein Bild mit allen meinen Vorstellungen vonHeimath, Glück, von ruhiger, freundlicher Zukunft. Endlich