Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
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Er ritt in den Hof des best aussehenden Gasthauses undfragte» indem er das Pferd abgab» mit einem Ton, derseiner Meinung nach ganz gleichgültig klang, nach MißLesters Wohnung.

John»" rief die Wtrthin (einen Wirth gab es nicht)»einem Knaben von etwa zehn Jahren zu-laus hin undzeige dem Herrn das Haus des guten Fräuleins, undhalt Seine Edeln entschuldigen Dich schon für 'neuAugenblick hol erst den Straus» den Du ihr heut frühgepflückt hast; ste hat die Blumen gern. Ach, Herr! einevortreffliche junge Dame » Miß Lester," fuhr die Wirthinfort, während der Knabe den Straus herbeiholte,sowohlthättg, so gütig, so mild gegen Alle. Man sagt, Un-glück mache die Leute weich, aber sie muß immer gut ge-wesen sehn. Und so religiös, Herr, in dieser Jugend!Na, Gott segne sie! Das ist Jedermanns Wunsch. MeinJunge, der John» Herr wird erst nächsten August elfJahre 'n gescheiter Jung, nennt sie nur 's gute Fräu-lein» so daß wir Alle ihr jetzt diesen Namen geben. So,John, das ist recht. Bleiben zum Mittagessen da, Herr?Ein Hühnchen abthun?"

Miß Lesters Wohnung stand ganz am Ende derStadt. Es war das Haus, worin ihr Vater seine letztenTage zugebracht. Hier blieb sie mit dem kleinen-, ihr nachdessen Tod zugefallenen Jahrgeld. Der damals auswärtsbefindliche Walter hatte sie, die hierin von keinem fal-schen Ehrgefühl geleitet ward» vermocht, diese Summedurch einen kleinen Zuschuß vermehren zu dürfen. Es