gewandten Bösewicht! Meine Vertheidigung erreichteihren Zweck: Madeline starb, ohne ein Mißtrauen in dieSchuldlosigkeit Dessen zu setzen, den sie liebte. Lesterwird, falls Sie mir die Wahrheit sagen, im gleichen Glau-ben sterben. Und wirklich, da die Künste der Heuchelei nuneinmal ihren Anfang genommen, würde es um der Kon-sequenz willen meinem Stolz geschmeichelt haben, dieWelt in gleichem Jrrthum, oder wenigstens im Zweifelzu lassen. Nm Ihretwillen verwinde ich diesen Wunsch,die letzte Schwäche des stolzen Mannes. Und damit istmeine Erzählung zu Ende. Ueber Das, was in diesemAugenblick in meinem Herzen vorgeht, heb' ich denSchleier nicht auf. Ob unter demselben Verzweiflung,oder Hoffnung, oder grimmiger Sturm, oder stille, deu-tungsvolle Ruhe sei), ist gleichgültig. Meine letzten Stun-den sollen mein Leben nicht Lügen strafen; am Rand desTodes will ich nicht den Feigling spielen und beben vordem unbekannten Jenseits. Der Durst, der Traum, dieLeidenschaft meiner Jugend lebt noch, und glüht, dieerhabenen, umnachtetcn Geheimnisse kennen zu lernen, diedem Erdenleben versagt sind. Vielleicht darf ich hoffen,der große, unsichtbare Geist, dessen Ausfluß in mir ich,wenn auch irrend und fruchtlos, genährt und verehrt habe,werde in seinem gefallenen Geschöpf mehr einen durch Ab-wege der Vernunft Mißleiteten, als einen Sklaven derSünde sehen. Die Führerin, die mir der Himmel gab,betrog mich, und ich war verloren; aber nicht mit Wissenbin ich von Frevel in Frevel gestürzt. Gegen Eine Schuld
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