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hält, daß er mindestens Einen Freund hat, und Du reißesteinen Dolch ans seiner Hand!
Ich kam nach einem schönen, abgeschiedenen Theildes Landes; Walter Lester, ich kam nach Grünthal! —die reizende Gegend—-die geräuschlose, tiefe Zurückge-zogenheit des Ortes fesselten mich schnell, „In diesenThälern," sprach ich, „will ich den Nest meines Lebensverbringen; unter diesen stillen Gräbern soll auch daSineinige gegraben werden, und mein Geheimniß soll mitmir sterben!"
Ich miethete das einsame Haus, das ich bewohnte,als Sie mich kennen lernten — dorthin schaffte ich meineBücher und wissenschaftlichen Instrumente, Ich bildetemir neue Entwürfe im großen Reich des Wissens, und einetiefe Ruhe, die beinahe zur Zufriedenheit stieg, sank wieein süßer Schlummer auf meine Seele!
In solchem Gemüthszustand,' dem freiesten von Erin-nerungen und von der angstvollen Sehnsucht, die Zukunftzu durchschauen, in welchem ich mich seit zwölf Jahrenbefunden, sah ich Madeline Lester zuin erstenmal. Schonjenes Erstemal schien mir ein plötzliches Himmelslicht aus-,zudämmern, Ihr Gesicht — seine stille — heitre — rüh-rende Schönheit strahlte mich wie eine überirdische Er-scheinung an. Mein Herz erglühte bei diesem Anblick —mein Puls schien von seiner gleichmäßigen Ruhe zu erwa-chen. Ich war noch einmal jung geworden. Jung! Wiederhalt' ich die Jugend, die Frische, die Wärme — nicht nurdes Körpers, sondern auch der Seele. Aber kaum daß ich