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den» er suchte meinen Umgang und ich kannte ihn nichtimmer vermeiden. Wie ich, war er zur Armuth geboren,aber immer stand ihm so Biel zu Gebot, als in seinenVerhältnissen für Neichthum gelten mochte. Dieß wußteich mir nicht zu erklären, und bet unser» gelegentlichenZusammenkünsteu sprachen wir bisweilen hierüber. „Dubist arm mit all Deinen Kenntnissen," sagte er, „Ich weißnichts, aber nie bin ich arm. Wie kommt Das? DieWelt ist meine Schatzkammer. — Ich lebe auf Rechnungmeiner Mitmenschen. — Die Gesellschaft ist meine Fein-din. — Die Gesetze verurtheilen mich zum Hungertod;aber Selbsterhaltung ist ein heiligerer Trieb, als die Nei-gung zur Gesellschaft, und gebieterischer als die Gesetze."
Die unverholene, kecke Art, womit er sich ausdrückte,prägte sich mir ein, während ich mich zugleich dadurchzurückgestoßen fühlte. Ich betrachtete ihn als ein Stu-dium , und bestritt ihn, um ihn kennen zu lernen. Erwar Soldat gewesen — hatte den größten Theil Europasgesehen — besaß einen kraftvollen, abgefeimten Ver-stand ; — er war ein Bösewtcht — aber ein kühner —gewandter — und damals nicht gänzlich verstockter Büse-wtcht. Seine Reden erweckten dunkle, wirre Betrachtun-gen in mir. Was war Das für ein gesellschaftlicher Zu-stand , worin ich lebte? — lag er nicht im Kampf mitseinen eigenen Elementen? Geistesbildung war meinewiger Traum und diesen Traum hätst ich verwirklichenmögen nicht durch leidende Geduld, sondern durch muthigeThat. Abtrotzen mögen hätt' ich die Mittel zur Weisheit