Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
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zu fragen, wem sie zu Gut kommen sollen? Ich warruhelos und unzufrieden. Was könnt' ich thun? ich hattekeine Freunde, ich trat als ein Fremdling vor meine Mil-brüdcr, die eherne Mauer meiner Armuth schloß mich vonjeder Verwendung meiner Anlagen ans. Ich sah meinenWünschen den Zügel nmgeworfen, gerad wo ihnen daserhabenste Ziel vorschwebte. Alles, was stolz, emporstre-bend, glühend in meiner Natur war, schrumpfte erstarrendzusammen. Die Kenntnisse, deren Zugang in meinemengen Kreis lag, halt' ich erschöpft. Wo sollt' ich, hülf-nnd geldlos, mit meinem aufgeregten, nicht gestilltenDurst etwas Neues hernehmen? Indem ich meine Fähig-keiten zu den niedrigste» Arbeiten hcrabwürdigte, schütz-ten sic mich nnr eben vor dem Hungertod: sollte Dasmein Loos für immer sehn? lind während ich meine Seelealso zermalmte, um die armseligsten Bedürfnisse des Kör-pers zu befriedigen wie viel goldene Stunden, wie vieleGelegenheiten zu ruhmvoller Erhebung, wie viel Zugängezu neuen Himmeln der Wissenschaft, wie viele Möglich-keiten, die Menschheit aofzuklären, gingen aus immer ver-loren! Zuweilen, wenn die Knaben, denen ich die ersten,unbeachteten Anfangsgründe künftiger Geistesbildung bei-brachte, sich um mich sammelten; wenn sie mir mit ihrenlachenden Angen ins Gesicht schauten; mir denn Alleliebten mich ihre kleinen Freuden und Leiden mittheiltcn,wünschte ich, ich möchte zur Kindheit zurückkehrcn können,wie einer von ihnen werden, und in diesen Himmel voninnerer Ruhe eindringen, der mir versagt war. Oester