Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
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Gefühle gegen einander aus und suchten einander minde-stens gegenseitig zu trösten und zu erheben.

Es kann immer noch bester gehen, als wir fürch-ten," sagte Ellinor besänftigend.Vielleicht wird Eugenschuldlos erfunden und in diesem Jubel vergessen wir Wohlalles Vergangene."

Walter schüttelte ungläubig den Kopf.Dein Herz,Ellinor, war immer gütig gegen mich. Du bist jetzt dieEinzige, von der mir Gerechtigkeit widerfahren, die sehenkann, wie gänzlich schuldlos ich an all diesem Elend bin,welches durch das Verbrechen eines Andern veranlaßt wird.Aber der Oheim auch ihn Hab ich seit geraumer Zeitnicht gesehen: ist er Wohl?"

.Ja, Walter, ja," entgegnet« Ellinor, liebevoll ver-bergend, wie sehr die kräftige Natur ihres Vaters durchseinen Gemnthszustand herabgekommen war.Und ich,stehst Du wohl," fügte sie mit einem schwachen Versuchzum Lächeln hinzu,ich bin wenigstens meiner Gesundheitnach noch Dieselbe, wie damals, als wir, voriges Jahrum diese Zeit, Alle glücklich und voll Hoffnung waren."

Walter sah fest auf das Antlitz, das einst so üppig ge-prangt hatte in der reichen Farbe und dem fröhlich muth-willigen Ausdruck des Lebens und der Jugend, und jetztbleich, herabgekommen und von den Spuren fortwähren-der Thränen zerrieben war. Krampfhaft drückte er dieHand ans Herz und wandte sich ab.-Aber kann ich denOheim nicht sehen?" fragte er nach einer Pause.