Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
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schwindsüchtige Roth überging, welches, wenn cs einmalda ist, seine Stelle in der Regel nur gegen die Farbendes Grabes nmtauscht, Ihr Fleisch schrumpfte von seinengerundeten, edeln Verhältnissen ein. Tiefe Höhlen zogensich um die Augen, die übrigens an Lieblichkeit nur Zu-nahmen, je mehr der Strahl der Heiterkeit aus ihnenentwich. Der segenreichc Schlaf sank auf ihr Gehirn nichtmit seinen gewohnten, heilenden Wogen nieder. UnruhigeTräume, die gegen Morgen der langen, ermüdendenNachtwache folgten, griffen ihre Konstitution fast nochmehr an, als der Kummer des Tags. Zn diesen Träumenwar Ein furchtbares Bild immer vor ihr: ein Volks-haufe ein Blutgerüst und das blasse, hoheitvolieGesicht des Geliebten, verfinstert durch unaussprechlicheQualen des Stolzes und Grames. Bisher hatten sie undEllinor stets dasselbe Bett getheilt: jetzt wollte MadelineDies nicht länger zugeben. Umsonst weinte und bat dieSchwester.Nein," sagte Jene mit hohler Stimme,beiNacht seh ich ihn. Meine Seele ist allein bei der seinigen:aber aber" und sie brach in einen Strom derschmerzlichsten Thränen ausder entsetzlichste Gedankeist mir, daß ich meine Träume nicht bemeistcrn kann.Bisweilen fahr ich zusammen und wach aus und find, daßich ihn im Schlaf für schuldig hielt: ja gar, barmherzigerGott! daß seine Lippen dieSchuld bekannt haben! Sollirgend ein lebendes Wesen soll irgend Jemand außerGott, der nicht die Worte, sondern die Herzen ansieht,diese giftige Unwahrheit diesen gespenstischen Hohn